Psychosomatik

    Psychosomatische Beschwerden – Wenn die Seele durch den Körper spricht

    Gabriela Vollmert – Heilpraktikerin für Psychotherapie
    Gabriela Vollmert
    Heilpraktikerin für Psychotherapie
    18. Februar 20267 Min. Lesezeit
    Psychosomatische Beschwerden – Wenn die Seele durch den Körper spricht

    Was bedeutet psychosomatisch?

    Der Begriff „psychosomatisch" setzt sich aus den griechischen Wörtern psyche (Seele) und soma (Körper) zusammen. Psychosomatische Beschwerden sind körperliche Symptome, die ganz oder teilweise durch psychische Faktoren verursacht oder aufrechterhalten werden.


    Wichtig: Psychosomatische Beschwerden sind nicht eingebildet. Der Schmerz ist real, die Übelkeit ist real, die Erschöpfung ist real. Der Unterschied zu rein organischen Erkrankungen liegt in der Ursache, und damit auch im therapeutischen Ansatz.


    Unser Körper und unsere Psyche sind untrennbar miteinander verbunden. Was wir denken und fühlen, beeinflusst unseren Körper, und umgekehrt. Wenn Gefühle nicht ausgedrückt werden können oder dürfen, „spricht" der Körper für die Seele.


    Wichtiger Hinweis: Vor einer naturheilkundlichen Behandlung psychosomatischer Beschwerden ist eine umfassende ärztliche Abklärung zum Ausschluss organischer Ursachen zwingend erforderlich.

    Häufige psychosomatische Symptome

    Psychosomatische Symptomatiken können nahezu jedes Organ betreffen. Besonders häufig sind:


    Magen-Darm-Bereich:

    • Reizdarmsyndrom, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung

    • Magenschmerzen, Sodbrennen ohne organischen Befund

    • „Mir schlägt etwas auf den Magen"


    Herz-Kreislauf-System:

    • Herzrasen, Herzstolpern, Brustenge

    • Blutdruckschwankungen

    • „Das Herz wird mir schwer"


    Bewegungsapparat:

    • Chronische Rückenschmerzen, Nackenverspannungen

    • Spannungskopfschmerzen, Migräne

    • „Ich trage eine schwere Last"


    Haut:

    • Neurodermitis-Schübe, Schuppenflechte, Nesselsucht

    • „Mir geht etwas unter die Haut"


    Immunsystem:

    • Häufige Infekte, verzögerte Wundheilung

    • Chronische Erschöpfung


    Unsere Alltagssprache verrät, wie eng Körper und Psyche verbunden sind. Diese Redewendungen sind mehr als Metaphern, sie beschreiben reale körperliche Reaktionen auf seelische Belastung.

    Warum „spricht“ der Körper?

    Aus tiefenpsychologischer Sicht haben psychosomatische Beschwerden eine wichtige Funktion:


    Unterdrückte Emotionen suchen ein Ventil: Wer gelernt hat, Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu unterdrücken, muss diese Energie irgendwohin leiten. Der Körper wird zum Ausdrucksmedium.


    Frühkindliche Muster: In den ersten Lebensjahren kommunizieren wir ausschließlich über den Körper. Wenn die emotionale Sprache in der Kindheit nicht ausreichend entwickelt wurde, greift der Mensch in Belastungssituationen auf diese frühe „Körpersprache" zurück.


    Sekundärer Krankheitsgewinn: Manchmal „erlauben" körperliche Symptome, was psychisch nicht erlaubt ist, etwa sich auszuruhen, Hilfe anzunehmen oder Grenzen zu setzen. Dies geschieht nicht bewusst, ist aber therapeutisch wichtig.


    Chronischer Stress: Dauerhafter Stress führt zu einer Überaktivierung des sympathischen Nervensystems. Die ständige Anspannung manifestiert sich in körperlichen Beschwerden.

    Der Weg zur Diagnose

    Bei psychosomatischen Beschwerden ist eine sorgfältige Abklärung wichtig:


    1. Organische Ursachen ausschließen: Der erste Schritt führt zum Hausarzt oder Facharzt. Körperliche Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden, bevor eine psychosomatische Diagnose gestellt wird.


    2. Die Geschichte hinter den Symptomen: Wann haben die Beschwerden begonnen? Was geschah damals in Ihrem Leben? Welche Belastungen bestehen aktuell? Diese Fragen geben oft wichtige Hinweise.


    3. Zusammenhänge erkennen: Treten die Beschwerden in bestimmten Situationen auf? Gibt es ein Muster? Verstärken sie sich bei Stress und bessern sie sich im Urlaub?


    Wenn organische Ursachen ausgeschlossen oder nur teilweise erklärend sind und ein Zusammenhang mit psychischer Belastung erkennbar wird, ist eine therapeutische Begleitung der richtige Weg.

    Therapeutische Begleitung

    Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen die Zusammenhänge zu verstehen und Regulationsprozesse anzuregen:


    Tiefenpsychologische Therapie: Wir entschlüsseln gemeinsam die „Sprache" Ihrer Symptome. Was versucht Ihr Körper auszudrücken? Welche unausgesprochenen Bedürfnisse, welche verdrängten Konflikte stecken dahinter? Wenn diese ins Bewusstsein gelangen und verarbeitet werden, können sich die körperlichen Symptome verändern.


    Hypnotherapie: Der hypnotherapeutische Zugang kann bei psychosomatischen Beschwerden hilfreich sein, da er die Verbindung zwischen Körper und Unbewusstem direkt anspricht. In der Hypnose können wir mit den Symptomen „in Dialog treten" und ihre Botschaft verstehen.


    Körperwahrnehmung: Ich integriere Übungen zur Körperwahrnehmung in die Therapie. Viele Betroffene haben den Kontakt zu ihrem Körper und ihren Gefühlen verloren. Diesen wiederherzustellen, ist ein wichtiger Schritt.


    Meine Praxis in Diez ist für Patienten aus Limburg, Hadamar und der Region gut erreichbar. Ich begleite Sie gerne auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden und innerer Balance.


    Hinweis zu den Methoden: Die hier beschriebenen Methoden sind Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin und wissenschaftlich nicht in allen Punkten anerkannt.

    Hinweis

    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte zunächst an Ihren Hausarzt oder Facharzt.

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