Angststörungen

    Panikattacken verstehen und neue Wege im Umgang mit der Angst finden

    Gabriela Vollmert – Heilpraktikerin für Psychotherapie
    Gabriela Vollmert
    Heilpraktikerin für Psychotherapie
    15. Februar 20267 Min. Lesezeit
    Panikattacken verstehen und neue Wege im Umgang mit der Angst finden

    Was ist eine Panikattacke?

    Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Episode intensiver Angst, die von körperlichen Symptomen begleitet wird. Sie erreicht innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt und klingt meist nach 10 bis 30 Minuten wieder ab. Das Besondere: Panikattacken treten oft scheinbar ohne äußeren Anlass auf, was sie für Betroffene besonders beängstigend macht.


    Wichtig zu wissen: Eine Panikattacke ist nicht gefährlich, auch wenn sie sich so anfühlt. Ihr Körper reagiert mit einer überschießenden Stressreaktion – dem sogenannten Kampf-oder-Flucht-Modus – ohne dass eine reale Bedrohung vorliegt.

    Die häufigsten Symptome

    Körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel können Anzeichen einer Panikattacke sein, müssen aber immer zunächst medizinisch abgeklärt werden. Panikattacken äußern sich durch eine Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome:


    • Herzrasen oder Herzklopfen

    • Atemnot oder das Gefühl zu ersticken

    • Schwindel, Benommenheit oder Unsicherheit

    • Schweißausbrüche oder Kälteschauer

    • Zittern oder Beben

    • Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden

    • Taubheitsgefühle oder Kribbeln

    • Angst, die Kontrolle zu verlieren oder "verrückt zu werden"

    • Todesangst

    • Gefühl der Unwirklichkeit (Derealisation)


    Viele Betroffene suchen zunächst einen Kardiologen oder Notarzt auf, da sie die Symptome mit einem Herzinfarkt verwechseln. Eine gründliche ärztliche Untersuchung ist immer der erste und wichtigste Schritt, um organische Ursachen sicher auszuschließen.


    Wichtiger Hinweis: Bevor eine naturheilkundliche Begleitung beginnt, müssen körperliche Ursachen zwingend durch einen Facharzt ausgeschlossen werden.

    Ursachen und Auslöser

    Panikattacken haben selten eine einzelne Ursache. Meist wirken verschiedene Faktoren zusammen:


    Biologische Faktoren: Eine genetische Veranlagung kann die Empfindlichkeit des Nervensystems erhöhen. Veränderungen im Serotonin- und Noradrenalin-Haushalt spielen ebenfalls eine Rolle.


    Psychische Faktoren: Unverarbeitete Konflikte, unterdrückte Emotionen oder frühkindliche Erfahrungen können den Nährboden für Angststörungen bilden. In der tiefenpsychologischen Arbeit zeigt sich häufig, dass Panikattacken eine "Sprache des Unbewussten" sind.


    Stress und Lebensumstände: Berufliche Überlastung, Beziehungsprobleme oder einschneidende Lebensereignisse können Panikattacken auslösen oder verstärken.


    Vermeidungsverhalten: Paradoxerweise verstärkt das Vermeiden angstauslösender Situationen die Panikstörung langfristig, da der Bewegungsradius immer kleiner wird.

    Sofort-Hilfe bei einer Panikattacke

    Wenn Sie gerade eine Panikattacke erleben, können diese Strategien helfen:


    1. Bewusstes Atmen: Atmen Sie langsam ein (4 Sekunden), halten Sie den Atem (4 Sekunden) und atmen Sie langsam aus (6 Sekunden). Die verlängerte Ausatmung aktiviert den Parasympathikus und beruhigt das Nervensystem.


    2. Grounding-Technik (5-4-3-2-1): Benennen Sie 5 Dinge, die Sie sehen, 4 Dinge, die Sie hören, 3 Dinge, die Sie fühlen, 2 Dinge, die Sie riechen, und 1 Ding, das Sie schmecken. Dies holt Sie aus dem Angstkreislauf ins Hier und Jetzt.


    3. Sich selbst beruhigen: Sagen Sie sich: "Das ist eine Panikattacke. Sie ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie wird vorübergehen."


    4. Körperliche Anspannung lösen: Pressen Sie die Hände fest zusammen und lassen Sie dann bewusst los. Die Entspannung, die folgt, kann den gesamten Körper beruhigen.

    Therapeutische Behandlung

    In meiner Praxis in Diez arbeite ich mit einem integrativen Ansatz, der verschiedene bewährte Methoden verbindet:


    Tiefenpsychologisch fundierte Therapie: Wir erforschen gemeinsam die unbewussten Ursachen Ihrer Panikattacken. Oft stehen unterdrückte Gefühle, innere Konflikte oder frühe Bindungserfahrungen dahinter. Wenn wir diese verstehen, verlieren die Panikattacken ihre Grundlage.


    Hypnotherapie: In der therapeutischen Hypnose können wir mit dem Unterbewusstsein arbeiten. Ziel ist es, innere Sicherheitsanker zu etablieren und automatische Angstreaktionen schrittweise zu verändern.


    EMDR: Falls traumatische Erfahrungen die Panikattacken mit auslösen, kann EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) helfen, diese Erlebnisse zu verarbeiten und die emotionale Belastung zu reduzieren.


    Die Kombination dieser Methoden ermöglicht eine ganzheitliche Begleitung, die darauf abzielt, sowohl die Symptome zu lindern als auch die tieferliegenden Zusammenhänge zu verstehen.


    Die angewandten Verfahren gehören zur naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin und sind wissenschaftlich nicht in jedem Fall anerkannt.

    Neue Wege im Umgang mit Panikattacken

    Mein Ziel ist es, Sie darin zu unterstützen, Regulationsmechanismen zu erlernen und Ihre Lebensqualität schrittweise zu verbessern. Der erste Schritt ist, sich professionelle Begleitung zu suchen. In einem unverbindlichen Erstgespräch können wir gemeinsam Ihre Situation besprechen und einen individuellen Begleitungsplan entwickeln.


    Sie müssen nicht allein mit Ihrer Angst umgehen. Gerne begleite ich Sie auf Ihrem Weg, in meiner Praxis in Diez oder online.


    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose.

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