Traumatherapie

    Traumatherapie mit EMDR – Wie funktioniert die Behandlung?

    Gabriela Vollmert – Heilpraktikerin für Psychotherapie
    Gabriela Vollmert
    Heilpraktikerin für Psychotherapie
    15. Februar 20266 Min. Lesezeit
    Traumatherapie mit EMDR – Wie funktioniert die Behandlung?

    Was ist EMDR?

    EMDR steht für "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" – auf Deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen. Die Methode wurde Ende der 1980er Jahre von der amerikanischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt und ist heute eine der am besten erforschten Traumatherapie-Methoden weltweit.


    Die Grundidee: Traumatische Erlebnisse werden im Gehirn anders gespeichert als normale Erinnerungen. Sie bleiben "eingefroren" und können durch bestimmte Auslöser (Trigger) immer wieder aktiviert werden – mit der vollen emotionalen Wucht des ursprünglichen Erlebnisses. EMDR hilft dem Gehirn, diese Erinnerungen nachträglich zu verarbeiten und in das normale Gedächtnis zu integrieren.

    Wie funktioniert EMDR?

    Während einer EMDR-Sitzung werden Sie gebeten, sich an das belastende Erlebnis zu erinnern, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation stattfindet. Am häufigsten geschieht dies durch geführte Augenbewegungen: Sie folgen den Fingerbewegungen der Therapeutin mit den Augen von links nach rechts.


    Alternativ können auch taktile Reize (leichtes Klopfen auf die Hände) oder akustische Signale verwendet werden.


    Warum funktioniert das? Die bilaterale Stimulation aktiviert beide Gehirnhälften und unterstützt den natürlichen Verarbeitungsprozess, ähnlich wie er im REM-Schlaf (Traumschlaf) stattfindet. Die belastende Erinnerung wird dabei nicht gelöscht, sondern neu eingeordnet. Nach erfolgreicher Behandlung können Betroffene sich an das Erlebnis erinnern, ohne von den damit verbundenen Emotionen überwältigt zu werden.

    Der Ablauf einer EMDR-Behandlung

    Eine EMDR-Behandlung folgt einem strukturierten 8-Phasen-Protokoll:


    Phase 1 – Anamnese und Behandlungsplanung: Wir besprechen Ihre Geschichte, Ihre Symptome und identifizieren die zu bearbeitenden Erinnerungen.


    Phase 2 – Stabilisierung: Sie lernen Entspannungs- und Selbstberuhigungstechniken, die Sie jederzeit einsetzen können. Dies schafft eine sichere Grundlage für die weitere Arbeit.


    Phase 3 – Bewertung: Wir identifizieren die Zielerinnerung, die damit verbundenen negativen Überzeugungen und die gewünschte positive Überzeugung.


    Phase 4 – Desensibilisierung: Die eigentliche EMDR-Verarbeitung mit bilateraler Stimulation. Sie folgen meinen Fingern mit den Augen, während Sie die belastende Erinnerung im Bewusstsein halten.


    Phase 5 – Verankerung: Die positive Überzeugung wird verstärkt und mit der Erinnerung verknüpft.


    Phase 6 – Körpertest: Wir prüfen, ob noch körperliche Anspannungen mit der Erinnerung verbunden sind.


    Phase 7 – Abschluss: Die Sitzung wird sicher beendet, Sie erhalten Hinweise für die Zeit zwischen den Sitzungen.


    Phase 8 – Nachbefragung: In der nächsten Sitzung überprüfen wir den Verarbeitungserfolg.

    Für wen ist EMDR geeignet?

    EMDR wird erfolgreich eingesetzt bei:


    Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) – das klassische Anwendungsgebiet

    Einzelne traumatische Erlebnisse – Unfälle, Überfälle, Naturkatastrophen

    Kindheitstraumata – Vernachlässigung, Missbrauch, Verlusterfahrungen

    Angststörungen und Phobien – insbesondere wenn sie traumatische Wurzeln haben

    Trauer und Verlust – wenn der Trauerprozess blockiert ist

    Chronische Schmerzen – wenn psychische Faktoren eine Rolle spielen

    Leistungsblockaden und Prüfungsangst – negative Erfahrungen, die das Selbstvertrauen beeinträchtigen


    EMDR ist nicht geeignet bei akuten psychotischen Zuständen, schwerer Suchterkrankung ohne vorherige Stabilisierung oder wenn keine ausreichende emotionale Stabilität besteht.

    Was erwartet Sie in meiner Praxis?

    Als ausgebildete Psychotraumatologin wende ich EMDR im Rahmen eines integrativen Therapiekonzepts an. Das bedeutet: EMDR ist ein wichtiger Baustein, wird aber mit tiefenpsychologischer Arbeit und Hypnotherapie kombiniert, um eine umfassende und nachhaltige Behandlung zu gewährleisten.


    Sicherheit steht an erster Stelle. Bevor wir mit der EMDR-Verarbeitung beginnen, stellen wir sicher, dass Sie ausreichend stabilisiert sind und über gute Selbstberuhigungstechniken verfügen. Niemand wird in die Traumabearbeitung "geworfen".


    Erfahrungswerte aus der Praxis: Viele Klienten berichten im Verlauf der EMDR-Begleitung von einer schrittweisen Entlastung. Die belastenden Erinnerungen können an emotionaler Intensität verlieren und sich zunehmend in die normale Lebensgeschichte einfügen.


    Wenn Sie unter den Folgen eines traumatischen Erlebnisses leiden, vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch. Meine Praxis in Diez ist für Patienten aus der gesamten Region gut erreichbar.


    Wichtiger Hinweis: Vor Beginn einer traumatherapeutischen Begleitung ist eine ausreichende psychische Stabilisierung erforderlich. Eine ärztliche Abklärung sollte vorab erfolgen.


    Die angewandten Verfahren gehören zur naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin und sind wissenschaftlich nicht in jedem Fall anerkannt.


    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose.

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