Burnout & Stress

    Burnout erkennen – Warnsignale und Wege aus der Erschöpfung

    Gabriela Vollmert – Heilpraktikerin für Psychotherapie
    Gabriela Vollmert
    Heilpraktikerin für Psychotherapie
    15. Februar 20268 Min. Lesezeit
    Burnout erkennen – Warnsignale und Wege aus der Erschöpfung

    Was ist Burnout?

    Burnout – wörtlich "Ausbrennen" – beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, der durch chronische Überlastung entsteht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Burnout als ein Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz resultiert, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.


    Burnout ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Besonders engagierte, leistungsorientierte und pflichtbewusste Menschen sind gefährdet. Sie geben mehr, als sie haben – bis der Akku komplett leer ist.

    Die 12 Phasen des Burnout nach Freudenberger

    Der Psychologe Herbert Freudenberger beschrieb den Burnout-Verlauf in 12 Phasen. Nicht jeder durchläuft alle Phasen oder in dieser Reihenfolge, aber die Übersicht hilft bei der Selbsteinschätzung:


    Phase 1-3: Der Anfang

    1. Zwang, sich zu beweisen – übertriebener Ehrgeiz

    2. Verstärkter Einsatz – Delegation fällt schwer

    3. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse – weniger Schlaf, Hobbys fallen weg


    Phase 4-6: Die Verdichtung

    4. Verdrängung von Konflikten – erste körperliche Symptome

    5. Umdeutung von Werten – Freundschaften werden "unwichtig"

    6. Verstärkte Verleugnung – Zynismus, Ungeduld, Intoleranz


    Phase 7-9: Die Krise

    7. Rückzug – soziale Isolation

    8. Deutliche Verhaltensänderungen – Umfeld macht sich Sorgen

    9. Verlust des Gefühls für die eigene Person – Depersonalisation


    Phase 10-12: Der Zusammenbruch

    10. Innere Leere – Panikattacken, Phobien

    11. Depression – Hoffnungslosigkeit, Sinnverlust

    12. Völlige Erschöpfung – körperlicher und emotionaler Zusammenbruch

    Fragen zur Selbstreflexion

    Beantworten Sie diese Fragen ehrlich für sich:


    • Fühlen Sie sich morgens schon erschöpft, bevor der Tag begonnen hat?

    • Haben Sie das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen?

    • Können Sie sich in Ihrer Freizeit nicht mehr richtig erholen?

    • Reagieren Sie gereizt auf Kleinigkeiten?

    • Haben Sie körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen, für die keine organische Ursache gefunden wurde?

    • Haben Sie das Interesse an Dingen verloren, die Ihnen früher Freude gemacht haben?

    • Fühlen Sie sich emotional abgestumpft?

    • Greifen Sie häufiger zu Alkohol, Koffein oder anderen Substanzen, um den Alltag zu bewältigen?


    Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantworten, sollten Sie dies als Warnsignal ernst nehmen. Ein professionelles Gespräch kann helfen, Klarheit zu gewinnen.

    Körperliche Warnsignale

    Burnout zeigt sich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Der Körper sendet oft früher Warnsignale als der Geist:


    • Chronische Müdigkeit und Erschöpfung

    • Schlafstörungen – Einschlaf- oder Durchschlafprobleme

    • Häufige Infekte durch geschwächtes Immunsystem

    • Magen-Darm-Beschwerden

    • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich

    • Kopfschmerzen und Migräne

    • Herz-Kreislauf-Beschwerden

    • Tinnitus oder Hörsturz


    Diese Symptome werden oft isoliert behandelt, ohne den Zusammenhang mit der psychischen Belastung zu erkennen. Ein ganzheitlicher Blick ist hier entscheidend.

    Therapeutische Wege aus dem Burnout

    Die Behandlung von Burnout erfordert einen individuellen Ansatz. In meiner Praxis arbeite ich mit verschiedenen Methoden:


    Tiefenpsychologische Therapie: Wir betrachten nicht nur die aktuellen Belastungen, sondern auch die inneren Muster, die zum Burnout geführt haben. Warum können Sie nicht "Nein" sagen? Welche inneren Antreiber fordern ständige Leistung? Diese Muster zu verstehen, ist der Schlüssel zur nachhaltigen Veränderung.


    Hypnotherapie: In der therapeutischen Hypnose können wir tiefe Entspannung erfahren und neue innere Ressourcen aktivieren. Sie lernen, wieder in Kontakt mit Ihren eigenen Bedürfnissen zu kommen und innere Ruhe zu finden.


    Achtsamkeit und Stressmanagement: Ergänzend vermittle ich alltagstaugliche Techniken, die Ihnen helfen, Stresssignale frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.


    Online-Therapie: Gerade für Berufstätige, die wenig Zeit haben, biete ich auch Videosprechstunden an. So können Sie die Therapie flexibel in Ihren Alltag integrieren – ohne zusätzlichen Anfahrtsstress.


    Die angewandten Verfahren gehören zur naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin und sind wissenschaftlich nicht in jedem Fall anerkannt.

    Prävention – Burnout vorbeugen

    Vorbeugen ist besser als behandeln. Einige wichtige Ansätze:


    Grenzen setzen: Lernen Sie, "Nein" zu sagen – ohne schlechtes Gewissen

    Pausen einplanen: Regelmäßige Erholungsphasen sind keine Schwäche, sondern Notwendigkeit

    Soziale Kontakte pflegen: Isolieren Sie sich nicht, auch wenn der Antrieb fehlt

    Bewegung: Schon 30 Minuten Bewegung am Tag reduzieren Stresshormone deutlich

    Professionelle Hilfe suchen: Je früher Sie handeln, desto besser die Prognose


    Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen wiedererkennen, zögern Sie nicht, ein unverbindliches Erstgespräch zu vereinbaren. Für Patienten aus Limburg und Umgebung ist meine Praxis in Diez in nur 8 Minuten erreichbar.


    Wichtiger Hinweis: Bei Verdacht auf Burnout sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen, um körperliche Ursachen der Erschöpfung auszuschließen.


    Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose.

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